Drucken

Mehr Spannung war nicht möglich. In allerletzter Sekunde gewannen die Verbandsliga-Damen des VfL Brambauer am Samstag das Derby gegen den Lüner SV. Matchwinnerin Angelina Pötte schrieb dabei eine besondere Geschichte.

Damen, Verbandsliga

VfL Brambauer – Lüner SV 25:24 (14:11)

Ungläubig schaute Pötter ihre heranstürmende Mannschaft an, just in dem Moment, als die Anzeigetafel für den VfL von 24 auf 25 umschaltete. Linkshänderin Pötter hatte per direktem Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit getroffen – mehr geht im Handball nicht. Wie ein Strahl schlug der Ball ins kurze Eck ein, der Block der Lünerinnen und Torfrau Romina Preuß waren gegen den Strahl machtlos. Pötter dachte zunächst noch, sie hätte das Außennetz getroffen, doch der riesige Jubel in der Sporthalle Brambauer riss auch sie völlig mit, bis sie in Tränen ausbrach. Denn: Es war nach Jahren als Leistungsträgerin für den VfL. Sie muss aus gesundheitlichen Gründen ihre Laufbahn beenden. Der Treffer zum Derbysieg war ihr letzter Wurf.

Nach einem Brambaueraner Erfolg sah es kurz zuvor allerdings überhaupt nicht aus. Der VfL hatte zwar das ganze Spiel über geführt, hielt den LSV immer auf zwei, drei Treffer Distanz. Doch in den letzten Minuten entglitt der Sieben von Andre Schwedler die Partie, Lünen verkürzte und glich schließlich durch Hannah Püschel zum 24:24 aus. Das Momentum lag nun klar auf Lüner Seite, in Sachen Körpersprache war die junge Mannschaft des Aufsteigers ebenfalls überlegen. „Wir haben die Tore wieder gemacht. Dann haben wir auch in der Abwehr besser gestanden“, sagte Lünens Trainer Marcel Mai.

Lünen hat in der letzten Minute alles selbst in der Hand

Folglich vergab der VfL seinen nächsten Angriff und Lünen hatte bei noch etwas mehr als einer Minute auf der Uhr den Ball und alles selbst in der Hand. Der LSV holte klug ein paar Freiwürfe heraus, ließ so die Uhr herunterlaufen. Doch dann fehlte scheinbar der passende Spielzug, Brambauer fing den Ball ab – und Kreisläuferin Michelle Holz hatte bei noch sieben Sekunden Restzeit den Ball in der Hand und das Feld vor sich. Doch ihr fehlte nach kräftezehrenden 60 Minuten und einer starken Leistung die Power, um den Gegenstoß zu laufen. Sie holte nur noch den Freiwurf heraus – den Rest erledigte Pötter.

Und irgendwie überstrahle diese Einzelaktion die restliche Partie komplett. Tiefgehende Analysen – etwa, dass der LSV-Innenblock einen schlechten Tag erwischte oder der VfL nicht konsequent genug agierte – erübrigten sich am Samstagabend völlig. Im Mittelpunkt stand nur Pötters Wurf ins Brambaueraner Glück. „Der flutscht da irgendwie durch. Der Wurf ist natürlich klasse, ein absoluter Strahl. Das hat sie sich verdient“, so Mai. VfL-Trainer Andre Schwedler sagte: „Es war ein geiles Spiel für die Zuschauer – für mich als Trainer natürlich nicht. Eigentlich hätten wir nur den Sack zu machen müssen, auch wenn Lünen es gut gemacht hat.“

VfL Brambauer: Jaschewski/Sindermann – Holz (8), Pötter (5/2), Plotek (3/2), Bauer (3), Lasshof (3), Sahage (1), Trippe (1), Umbescheidt (1), N. Karau, Gramradt, Rohr

Lüner SV: Preuss/Krause/Klostermeier – Hülsewede (9/6), Püschel (5), Geisler (4), C. Schmidt (3), Lieneke (1), Lohölter (1), A. Schmidt (1), , Schröder, Blümel, Marre, Rempe

Quelle: Ruhr Nachrichten

Zugriffe: 2377